Hochaltrigkeit als Lebensphase
Das Kompetenzzentrum für Gerontologie und Gesundheitsforschung hat im Rahmen des Projekts „Aktiv ins hohe Alter“ im Auftrag des Land Niederösterreich Aktivitäts- und Unterstützungsangebote für hochaltrige Personen (80+) gesucht und erforscht. In diesem Kontext wurde unter anderem eine sekundärstatistische Analyse zu der Bevölkerungsstruktur und Aktivitätsmustern hochaltriger Personen auf Basis von Daten der Statistik Austria, des SHARE Surveys und des Gesundheitsbarometers NÖ (2019) ausgewertet. Der Bericht ist auf Nachfrage beim Kompetenzzentrum für Gerontologie verfügbar. Im Folgenden wird den Fragen nachgegangen, wie gestaltet sich die Hochaltrigkeit in Niederösterreich und welchen Aktivitäten gehen hochaltrige Menschen in ihrem Alltag nach?
Wissenschaftlich wird der Begriff der Hochaltrigkeit unterschiedlich definiert. Die kalendarische Definition bezeichnet dabei Personen ab 80 Jahren. Demographisch werden all jene Personen zur Lebensphase der Hochaltrigkeit gezählt, die die aktuelle durchschnittliche Lebenserwartung überschritten haben. In vielen sozialen Definitionen wird von Hochaltrigkeit gesprochen, wenn vermehrt gesundheitliche Einschränkungen auftreten oder Unterstützungs- und Pflegebedarf notwendig ist (Bubolz-Lutz, 2000). Um die Lebensphase der Hochaltrigkeit zu beschreiben, hat sich in der gerontologischen Forschung besonders der Begriff des vierten Alters etabliert. Das vierte Alter ist im Gegensatz zum dritten Alter durch zunehmende Abhängigkeit, Passivität und Einschränkungen im Alltag definiert (Gilleard & Higgs, 2010).
Hochaltrigkeit in Zahlen
In den nächsten Abschnitten finden sich Informationen dazu, in welchen Bezirken und Gemeinden in Niederösterreich besonders viele Hochaltrige Personen leben, wie sich das Durchschnittalter der Gemeinden gestaltet und wie es mit der Inanspruchnahme von Pflegegeld und mobiler und stationärer Pflege und Betreuung aussieht.
Wo leben hochaltrige Personen in Niederösterreich?
Abbildung 1 zeigt den bestehenden Anteil der ab 80-Jährigen in den niederösterreichischen Bezirken und Gemeinden zu Jahresbeginn 2022. Erkennbar ist, dass der Anteil der hochaltrigen Bevölkerung im Wald-, südlichen Most- und Industrieviertel höher ist, als in anderen Teilen Niederösterreichs (je dunkler, desto höher der Anteil).
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